• Katrin Buttkau

Just my two Cents - Exif's

Aktualisiert: 22. Nov 2018

Manch einer schwört darauf, für andere ist es wiederum völlig belanglos - die Sache mit der Angabe der Exif-Daten zu einem Foto. Gerade in diversen Foto-Foren und Gruppen entbrennt nicht selten eine erbitterte Debatte darüber ob man diese Daten beim Posten seines Bildes zwingend angeben sollte, damit Anfänger aus den Bildern der Profis lernen können, oder nicht.

Exif: 1/500 | ƒ 2.0 | ISO 1250 | 135 mm | Canon 5D Mark IV | Canon 135 mm 2.0 L

Eines möchte ich gleich vorweg sagen - Für mich sind meine Exif Daten zu meinen Bildern kein Geheimnis. Ich scheuen mich nicht sie dazu zu schreiben, auch wenn man sich bei manchen Einstellungen mitunter schon ein mal fragen könnte warum ich sie so gewählt habe, aber darauf werde ich im Verlauf dieses Artikels noch ein mal näher eingehen. Trotzdem bin ich persönlich der Meinung, dass die Angabe der Exif's in den meisten Fällen völlig sinn- bzw. nutzlos ist. Doch warum?


Auch ich habe irgendwann ein mal mit der Fotografie angefangen. Wer mich kennt, oder bereits einen meiner Blogs gelesen hat weiß vielleicht auch schon, dass ich in der Tat in einer Zeit vor der digitalen Fotografie begonnen habe mich für das Hobby "Fotografie" zu begeistern. Dementsprechend waren für mich die Zusammenhänge der meisten "Exif Daten" wichtig um korrekt belichtete Bilder zu bekommen. Doch trotz dem war mir lange Zeit nicht klar, wie ich diese zur künstlerischen Gestaltung meiner Bilder einsetzen sollte. Hier sind wir bereits bei einem wesentlichen Punkt warum die Angabe der Exif Daten alleine nicht so viel bringt, denn wenn wir ein mal ehrlich zu uns sind war vermutlich den meisten von uns am Anfang überhaupt nicht klar in wie weit sich ein Bild bei einer Belichtungszeit von 1/800 zu einem mit 1/60 unterscheidet. Vielleicht hat man bereits schon ein mal gehört, dass man "kurz belichten soll" um eine Bewegung einzufrieren, aber was genau ist denn kurz und muss man das jetzt immer bei bewegten Bildern machen? Worin unterscheidet sich eine Blende von ƒ 2.0 zu einer von ƒ 7 und ist bzw. wirkt sie sich auch immer gleich auf mein Bild aus? Fragen über Fragen die sich durch die bloße Angabe der Exif's nur bedingt klären lassen würden.

Ein gutes Beispiel für die Unsinnigkeit der Exif's sind diese beiden Bilder. Sie unterscheiden sich sowohl vom Motiv (Hund & Pferd) so wie der abgebildeten Aktion (liegend & laufend) und letztlich sogar von der Farbgestaltung (Farbe & Schwarz-Weiß) völlig. Trotz allem weisen beide Bilder nahezu identische Exif Daten auf nämlich bei dem Bild des Hundes 1/1250, ƒ 2.8, ISO 500 und dem Bild des Mädchen und ihrem Pferd 1/1250, ƒ 2.8, ISO 640

Der Lerneffekt, für den angehenden, ambitionierten (Hobby)Fotografen, der aus den Exif Daten gezogen werden kann, ist somit gleich Null.


Hinzu kommt noch, dass diese beiden Bilder von mir in Photoshop bearbeitet wurden. Sie wurden hinsichtlich ihrer Farb- und Lichtgebung von mir verändert und haben somit nicht unbedingt noch etwas mit der ursprünglichen Aufnahmesituation zu tun. Diese "Photoshop Exif Daten" werden aber nie bei einem Bild genannt. Ob es möglich wäre eben diese Daten ebenfalls bei dem Bild zu nennen lasse ich ein mal offen, allerdings wäre dies etwas das ich persönlich nicht "einfach so" bei meinem Bild preisgeben würde - hier sprechen wir von dem eigenen, persönlichen Bildlook und dieser ist, ganz ähnlich zu dem Rezept eines Koches, mein eigenes, kleines Geheimnis ;o).


Kommen wir aber noch ein mal zu den "nackten Daten" der beiden Bilder zurück. Hier ein mal unbearbeitet im Original zu sehen.

Wie komme ich also zu den beiden nahezu identischen Exif Daten bei zwei völlig anderen Bildern? Ganz einfach. Es herrschten komplett andere Lichtbedingungen. Während es bei dem Bild des Hundes ein eher sonniger Tag und es somit hell war, war es bei dem Bild des Pferdes eher trüb. Somit war ich bei dem Bild des Hundes gezwungen meine Belichtungszeit (in beiden Fällen 1/1250) etwas zu verkürzen, wenn ich nicht meine Blende weiter schließen wollte, um mein Bild nicht über zu belichten, während es bei dem Bild des Pferdes nötig war meine Belichtungszeit so kurz zu wählen, damit ich die Bewegung des Pferdes einfrieren konnte.


Für jeden, der sich bereits ein wenig mit der Fotografie beschäftigt hat, sind die Gründe einleuchtend und selbsterklärend. Er braucht allerdings die Exif Daten nicht mehr "um etwas zu lernen", denn er verfügt bereits über dieses Wissen. Der Anfänger hingegen weiß mitunter noch nicht ein mal über den Zusammenhang der Belichtungszeit mit dem vorhandenen Licht bzw. dem Einfrieren einer Bewegung bescheid. Er bekommt diese Wissen allerdings nicht in dem er sich die Exif Daten eines (eventuell sogar noch in Photoshop stark bearbeiteten) Fotos ansieht. Dafür ist ein Buch, oder Video das sich mit den Grundlagen der Fotografie befasst sicherlich besser geeignet. Nicht zuletzt ist das Zusammenspiel der einzelnen Parameter wie Blende, Belichtungszeit, ISO, Brennweite, Lichtsituation, gewünschte Bildaussage etc. extrem vielfältig und schwierig anhand einzelner Exif Daten zu beschreiben. Kommt dann noch Photoshop mit ins Spiel gehen, ehrlich gesagt, die Chancen gegen Null auch nur eine einzige, wichtige und zuverlässig übertragbare, Information für mich aus den reinen Exif's zu ziehen.


Abschließend kann ich persönlich nur sagen, dass für mich meine Exif Daten kein Geheimnis sind und ich mich nicht aus diesem Grund immer ein wenig gegen die Angabe dieser Daten in Foto-Gruppen und Foren sträube, sondern ich sie schlichtweg unnötig finde und es mich Zeit kostet sie für jedes Bild herauszusuchen und meinem Post hinzuzufügen. Ich bin eben manchmal einfach ein klein bisschen faul ;o)


#exif #fotografierenlernen #sinnundunsinn #justmytwocents #grundlagenwissen




60 Ansichten