• Katrin Buttkau

...aber die Welt ist doch bunt!


Manche Fotografen schwören darauf, anderen wiederum kommt so etwas gar nicht ins Portfolio: Das schwarz-weiß Bild. Hat das klassische "Schwarz-Weiß" in unserer heutigen, bunten Zeit noch seine Berechtigung, oder gehört es ganz zu den "Alten Eisen"?




Wenn man so manch einem (Hobby)Fotografen im Netz trauen mag, dann gehört das schwarz-weiß Bild ganz klar der Vergangenheit an. Schließlich ist die Welt die wir wahrnehmen bunt und als solche gehört sie auch auf einem Foto wiedergegeben. Manche hingegen, und zu dieser Kategorie zähle ich ich mich ebenfalls, sehen das allerdings vollkommen anders. Und das aus gutem Grund. Doch warum?


Natürlich ist unsere Welt in "Farbe und Bunt" und wenn es hauptsächlich darum geht das Gesehene möglichst wirklichkeits- und wahrheitsgetreu wiederzugeben ist es sicherlich von Vorteil ein Bild in seinen natürlichen Farben zu belassen. Für mich, die die Fotografie weniger als ein reines Mittel zur Abbildung des Augenblicks sieht, sondern in erster Linie als das Medium der Wahl für die Erstellung von Kunst, hingegen gibt es kein geltendes "Gesetz", dass mich davon abhält auch Bilder in schwarz-weiß zu erstellen. Jedes meiner Bilder bekommt von mir genau den Look den es braucht um, die von mir gewünschte, bestmögliche Wirkung auf den Betrachter zu erzielen. Und in einigen Fällen heißt dies eben auch dem Foto sämtliche Farben zu entziehen und es in ein Schwarz-Weiß zu konvertieren. Die Gründe dafür sind vielfältig. Es kann zum Beispiel sein, dass das Bild in seiner originalen Farbgebung zu "bunt" ist und somit vom eigentlich Wichtigen Inhalt ablenkt, oder aber die dem Bild innewohnende Dynamik in Farbe nicht so stark zur Geltung kommt wie ich es mir für das Bild wünsche.

Darüber hinaus kann eine Reduzierung auf lediglich hell und dunkel, denn nichts anderes ist ein schwarz-weiß Bild, Ruhe in ein Bild bringen. Richtig angewendet reduziert es das Bild auf das Wesentliche ohne durch Farben zu irritieren, oder sogar unerwünschte Gefühle bei dem Betrachter hervorzurufen die er mit der einen oder anderen Farbe assoziiert.

Dabei ist es allerdings wichtig, dass man seinem ursprüngliches Farbbild nicht nur schlicht sämtliche Farbe ,durch zum Beispiel das Reduzieren der Sättigung, entzieht, sondern auch bei einem schwarz-weiß Bild genau darauf achtet ihm eine sorgfältige Bearbeitung zukommen zu lassen. Auch, oder besser noch gerade schwarz-weiß Fotografien bedürfen einer peniblen und sauberen Nachbearbeitung um ihre Wirkung bestmöglich zu entfalten.


Es gibt sicherlich noch weitere Gründe warum ein Bild in schwarz-weiß, oder eben doch eher in Farbe gehalten sein sollte und letzten Endes spielen auch hier selbstverständlich wieder die persönlichen Präferenzen, sprich der Geschmack. eine nicht unerhebliche Rolle, und trotzdem - Von meinem Blickwinkel der "Fotografie als Kunst" und weniger des bloßen Handwerks aus betrachtet gibt es für mich ganz klare Fälle in denen ein sauber entwickeltes Schwarz-Weiß einem ebenfalls sauber entwickeltem Farbbild vorzuziehen ist und natürlich auch anders herum ;)