• Katrin Buttkau

"Das geht doch nicht ohne Photoshop!"

Immer wieder wird mir die Frage gestellt: "Katrin, wie bekomme ich den Hintergrund mit Photoshop so schön verschwommen?" Meine Antwort darauf ruft in vielen Fällen erst ein mal erstauntes Schweigen, gefolgt von einem gewissen Unglauben hervor.

Ein hinreißender Blick, ein unscharfer Hintergrund - ein Bild voller Ruhe und Intimität! Aber wie geht das?

Wer kennst sie nicht? Diese herzerwärmenden Bilder von Hunden mit verträumten Blicken vor einem fast märchenhaftem, verschwommenen Hintergrund? Zugegeben, manchmal ist es beinahe schon Kitschig, aber das ist egal! Ich mag Kitsch! Und anscheinend bin ich damit auch nicht alleine, denn sehr häufig wird mir die Frage gestellt wie ich (oder andere Fotografen??? ) das nun hinbekomme. Bei vielen meiner Workshop oder Personal Coaching Teilnehmern kommt daher recht früh die Frage auf: "Wie geht das? Doch bestimmt nur mit Photoshop!"


Nun, wie andere Fotografen ihre Bilder in diesem Look entstehen lassen kann ich natürlich nicht beantworten, denn woher soll ich wissen wie sie arbeiten ;) vermuten kann ich natürlich und ich denke die Meisten lassen den Hintergrund auf die identische Art verwischen wie ich. Nämlich gänzlich ohne die Hilfe eines Bildbearbeitungsprogrammes, sondern lediglich mit der Hilfe meiner Kamera - besser meines Objektives.


Wie jetzt?!?


Um einen stark verschwommenen Hintergrund zu erzeugen braucht man nämlich nicht tief in die Trickkiste der Fotografie oder gar eines Bearbeitungsprogrammes greifen. Denn schon die gewählte Blende (ƒ) mit der ich mein Bild aufnehme entscheidet maßgeblich darüber wie scharf, oder eben auch wie unscharf mein Bildhintergrund letztlich wird.


Das heißt jetzt was?


Ganz einfach. Je weiter ich meine Blende (ƒ) an meinem Objektiv öffne, desto unschärfer wird (vereinfacht gesagt) der Hintergrund. Das ist alles, wirklich! Dafür braucht es also weder Zauberei oder eine aufwendige Nachbearbeitung in Photoshop.


Hier mal anhand eines Beispiel:


Beide Bilder sind nahezu aus einer identischen Aufnahmeposition aufgenommen. Der einzige wirklich gravierende Unterschied bei den beiden Bildern ist der, der jeweils gewählten Blende. Bei dem linken Bild ist die Blende weit geöffnet (ƒ 2.8) bei dem rechten Bild weiter geschlossen (f 16). Allein durch diese Tatsche verändert sich die Schärfe des Hintergrundes und es entsteht der weiche, verträumten Hintergrund.


Sicherlich kann man auch nachträglich mit Hilfe eines Bearbeitungsprogrammes den Hintergrund weichzeichnen, allerdings stellt sich dann die Frage: "Warum so aufwendig, wenn es auch ganz einfach geht?"


In diesem Sinne - schnappt dir deine Kamera und teste den Unterschied der Schärfe bei unterschiedlichen Blenden ein mal selber aus.

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