• Katrin Buttkau

Ich hab's bezahlt, also ist es meins! Thema: Recht am Bild

Eigentlich sollte man meinen, dass digitale Zeitalter hält nun schon lange genug an so, dass Jedermann weiß, dass Fotos kein "Gemeinschaftsgut" sind mit dem man tun und lassen kann was man möchte, nur weil sie sich im Internet befinden. Leider ist dem nicht so.


So habe ich vor einiger Zeit sehr interessiert eine Diskussion in einer Tierfotografen Gruppe verfolgt in der es sich genau um dieses Thema Urheberecht und "Wer darf eigentlich was mit meinem Bild?" drehte. Wirklich erschrocken war ich dabei allerdings über die Tatsache welches Unwissen in der Tat sogar bei Menschen die sich selbst mit dem Thema Fotografie beschäftigen zu herrschen scheint. Das ich manchmal dem einen oder anderen Kunden erklären muss warum er nicht mit den von mir erstellten Fotografien an einem Fotowettbewerb teilnehmen darf oder, dass er die Bilder nicht willkürlich für alles nutzen darf leuchtet mir meistens ein. Denn schließlich kommen die meisten meiner Kunden nicht aus dieser oder einer vergleichbaren Branche und zugegeben ist das Thema Nutzungs- und Urheberrecht ein tückisches Gebiet mit dem man als "Ottonormalverbraucher" meist nicht in Kontakt kommt. Jeder Mensch der sich aber ein wenig mit der Fotografie beschäftigt sollte sich meiner Meinung nach ein paar Gedanken darüber machen was mit seinen Bildern geschehen darf, wenn er sie zum Beispiel im Internet präsentiert - doch wie gesagt: "Weit gefehlt!"

Darum hier einmal in aller Kürze MEINE do & do not's für den Umgang mit meinen Bildern:


Homepage, Facebook, Instagram & Co. Meine Bilder darfst du generell:

  1. dir gerne ansehen ;o)

  2. falls möglich & du möchtest "liken"

  3. sie über die "Teilen" Funktion(!) teilen

Meine Bilder darfst du generell nicht:

  1. alles andere!

Erworbene Bilder Meine Bilder darfst du, wenn vertraglich nicht anders geregelt:

  1. dir gerne ansehen ;o)

  2. dir für deinen eigenen, privaten Gebrauch Abzüge, oder eine Sicherungskopie erstellen

  3. die Bilddateien mit meinem Logo für deinen privaten Gebrauch im Netzt nutzen

  4. die Bilddateien mit meinem Logo für die Vorstellung deiner Tiere auf deiner Homepage oder in einer auf das Tier bezogenen Verkaufsanzeige nutzen

Meine Bilder darfst du nicht, wenn vertraglich nicht anders geregelt:

  1. an Dritte weitergeben (kostenlos oder kostenpflichtig)

  2. bei den Webdateien das Logo entfernen, generell (alle) Bilder bearbeiten oder beschneiden (auch keine Instagram Filter o. ä.!!!)

  3. an Fotowettbewerben, Kalenderausschreibungen etc. teilnehmen

  4. sie in einer anderen Form als oben beschrieben kommerziell nutzen

Jetzt bin ich mir sicher, dass der Eine oder Andere sich verwundert an den Kopf fasst. "Wie? Ich darf mit gekauften Bildern nicht machen was ich will? Gibt es doch gar nicht! Ich hab sie schließlich bezahlt!" Also hier nun die Erklärung warum:

Jedes Bild, und dabei ist es völlig egal ob es sich um Tante Ernas Handyschnappschuss vom Sonnenuntergang am Strand handelt, oder die Hochglanzfotografie des Starfotografen, hat einen Urheber. Nämlich denjenigen der auf den Auslöser gedrückt hat. Ohne ihn würde es das Bild schließlich nicht geben und natürlich kann auch der Urhaber darüber bestimmen was mit seinem "Machwerk" getan werden darf und was nicht. Dieses Urheberrecht brauch er nicht extra ausrufen, einfordern oder geltend machen - er hat es einfach, nur weil er auf den Knopf gedrückt hat! Dieses Recht an der Urhebung lässt sich ebenfalls nicht verkaufen womit wir beim Thema kostenpflichtige "Auftragsarbeiten" wären.

Im Regelfall zahlt mein Kunde in erster Linie für meine Dienstleistung. Diese ist das ich auf dem Boden (im Matsch) liegend, durch den Sucher starrend, den Auslöser betätige und somit den geliebten Vierbeiner auf meinem Speichermedium banne. Inklusive ist in dieser gebührenpflichtigen Dienstleistung dann ebenfalls noch ein einfaches, nicht kommerzielles Nutzungsrecht an einer Anzahl X von dabei entstandenen, durch den Kunden frei wählbaren Fotografien. Das Urheberrecht und damit im Regelfall auch die Entscheidungsgewalt über die Verwendung der Fotos bleibt aber in jedem Fall bei mir. Das ist auch gut so, denn ich möchte als Fotografin und vor allem als Mensch mit bestimmten Wert- und Moralvorstellungen weder, dass meine Bilder in einer meine Wert- oder Moralvorstellungen diffamierenden Art und Weise genutzt werden, noch möchte ich, dass Ansichten die ich nicht vertrete mit ihnen in Verbindung gebracht werden. Darum behalte ich mir immer das Recht vor selbst zu entscheiden wofür meine Bilder letzten Endes genutzt werden sollen.

"Nun gut..." wird sich nun der Eine oder Andere denken "...aber die Teilnahme an einem Fotowettbewerb? Das ist doch quasi kostenlose Werbung für den Fotografen - in dem Falle dich!"Meine ganz klare Antwort: "Nein! Ist es nicht!" Sind wir einmal ehrlich. Wieviele von uns interessieren sich WIRKICH dafür welcher Fotograf Bild XY in einem z. B. Kalender aufgenommen hat? Ich denke die wenigsten ;o) Verdienen, an solchen Aktionen, werden letztlich lediglich die großen Firmen die hinter diesen Kalenderprojekten stehen. Denn sie bekommen kostenlos, frei Haus, ohne Anstrengung eine Vielzahl an mehr oder weniger guten Fotos für welche sie sonst tief in die Tasche greifen müssten. Ich kann es durchaus verstehen, dass es für den einzelnen Tierbesitzer sicherlich ein tolles Gefühl ist das eigene Tier in einem Kalender oder auf einer Titelseite zu sehen und ja das ist es auch! Aber nun stellt sich die Frage ob das Tier nun in dem Kalender gekommen ist, weil es wirklich so außergewöhnlich, einmalig schön ist, oder weil ein kundiger Fotograf eben genau dieses Bild von dem geliebten (und mit Sicherheit auch schönem) Vierbeiner aufgenommen hat. Und ehrlicherweise ist es in den meisten Fällen doch eher letzteres. 

Es ärgert mich wirklich massiv, wenn mit meinem Eigentum in einer nicht vereinbarten Art und Weise umgegangen wird. Wenn Bilder einfach so beschnitten werden, dass mein Logo nicht mehr zu sehen ist, wenn Bilder mit 100 unterschiedlichen Instagram Filtern so verhunzt werden, dass von meiner ursprünglichen Arbeit kaum oder gar nichts mehr zu erkennen ist (dann im übrigen meistens immer mit gut erkennbarem Logo, was dann in doppeltem Maße unschön ist, da somit assoziiert wird ICH hätte tatsächlich dieses Machwerk fabriziert!). Im besonderen Maße ärgert mich aber schon seit einiger Zeit, dass von mir vorzeitig veröffentlichte Bilder aus Shootings einfach von meiner Facebook Seite geklaut werden anstatt sie legal im vertraglich vereinbarten Rahmen zu erwerben - frei nach dem Motto: "Das fällt ihr bestimmt nicht auf!". Allerdings(!) fallen mir diese Diebstähle doch in den meisten Fällen auf und ja, es handelt sich in der Tat um Diebstahl. Natürlich könnte ich darauf verzichten vor der Auswahl der Kunden Bilder aus den Shootings zu veröffentlichen, aber Gott sei dank freuen sich die meisten darüber, wenn sie schon ein paar Tage nach ihrem Shooting ein fertiges Bild sehen können und nehmen das Bild letzten Endes auch ganz regulär mit in ihre Auswahl mit auf. Nur weil es immer wieder schwarze Schafe gibt möchte ich nicht zum Nachteil der ehrlichen Menschen handeln. 

Natürlich kann ich es ebenfalls verstehen, dass bei dem Einen oder Anderen der sich nach meinen Preisen erkundigt - und diese sind bei weitem nicht die Spitze des (Fotografie)Eisbergs, sondern wohl eher im unteren, allerhöchstens mittleren Bereich zu sehen - die Ohren schlackern. Man sich Fragt: "Für 1-2 Stunden Knöpfchen drücken sooooo viel Kohle?!? Und dann gehören mir die paar Bilder noch nicht ein mal???" Aber...einmal kurz nachgedacht kommt man recht schnell zu der Erkenntnis, dass es unmöglich mit 1-2 Stunden Knöpfchen drücken getan sein kann. Das gesamte Equipment zum "Knöpfchen drücken" musste angeschafft und bezahlt werden. Der Wert? Locker der eines Kleinwagens! Laufende Kosten für Internet, Versicherung, Finanzamt etc. zahlen sich ebenfalls nicht von alleine und so weiter und so weiter. Von der Zeit die ich mit der Vor- und Nachbereitung des Shootings verbringe einmal ganz zu schweigen! Und letzten Endes hat auch mein Tag nur 24 Stunden, das heißt Aufträge annehmen bis mir schwindelig wird ist schon aus rein zeitlichen Gründen nicht möglich. Es gibt also nur zwei Möglichkeiten: entweder die Preise für ein einzelnes Shooting werden so exorbitant hoch, dass ich auf die weiteren Nutzungsrechte an meinen Bildern verzichten kann (ausgeschlossen natürlich immer noch die Verwendung bei moralisch verwerflicher Nutzung) oder ich behalte mir weiterhin alle Nutzungsrechte an meinen Bildern vor und kann somit einen günstigeren Preis ermöglichen. Ich denke Letzteres ist im Sinne von uns allen ;o)

Für all Diejenigen, die sich mit dieser Art von Nutzungsrechten nicht einverstanden erklären wollen gibt es eine ganz einfache Lösung: Fotografiert selber! Nehmt eure Kamera und geht zu eurem Vierbeiner und knipst. Wenn euch das Ergebnis zufrieden stellt finde ich das eine ganz wunderbare Sache. Darüber hinaus sind es dann eure Bilder und ihr könnt damit tun und lassen was ihr möchtet. Alle Anderen die gerne einmal ein richtiges Fotoshooting bei einer FotografIN ihrer Wahl haben möchten, möchte ich mit auf den Weg geben: "Seid fair und akzeptiert das (Nutzungs)Recht!"

In diesem Sinne: auf viele weitere, schöne Fotos <3

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